Der Herbert Haag Preis 2027 würdigt unter dem Leitmotiv „Kirchenbauten als Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ Persönlichkeiten und Projekte, die sich für den Erhalt und die Öffnung von Kirchenräumen einsetzen. Zu den Ausgezeichneten gehören Karin Berkemann, Professorin für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Hochschule Anhalt und Mitgründerin des Online-Magazins moderneREGIONAL, Stefanie Lieb, Professorin für Architekturgeschichte am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln, sowie Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung an der Technischen Universität Dortmund. Sie waren maßgeblich am 2024 veröffentlichten Manifest „Kirchen sind Gemeingüter!“ beteiligt.
Das Manifest macht deutlich: Kirchen sind nicht nur Orte religiöser Gemeinschaften, sondern auch bedeutende Zeugnisse des europäischen Kulturerbes und soziale Ankerpunkte vor Ort. Ihre Erhaltung und zukünftige Nutzung sind daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Bündnis fordert deshalb, auch über neue Formen der Trägerschaft für Kirchengebäude und ihre Ausstattungen nachzudenken.
Von Beginn an unterstützt Baukultur NRW das Manifest und engagiert sich gemeinsam mit Akteur*innen aus Baukultur, Forschung und Stiftungswesen für eine zukunftsfähige Perspektive für Kirchenräume. Die Auszeichnung der drei Initiatorinnen rückt die zentrale Frage erneut in den Fokus: Wie können Kirchen als Gemeingüter erhalten, geöffnet und für kommende Generationen lebendig gehalten werden?
Neben Berkemann, Lieb und Welzel werden der Schweizer Kunsthistoriker Johannes Stückelberger für sein Lebenswerk sowie die MaiHof Pfarrei St. Josef in Luzern für ihr Konzept „Kirche im Quartier – Räume für Menschen“ ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet am 14. März 2027 in Luzern statt.
Herbert Haag Preis
Der Herbert Haag Preis wird von der 1985 gegründeten Herbert Haag Stiftung vergeben. Die Stiftung zeichnet Persönlichkeiten und Projekte aus, die sich für Freiheit, Solidarität und Demokratie sowie den ökumenischen und interreligiösen Dialog einsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Franken je Preisträger*in dotiert.
