Ein Ort im Wandel: Die Baulücke an der Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf wird während der Summer School 2026 gemeinsam mit der Nachbarschaft weitergedacht. Entstehen sollen Ideen und räumliche Prototypen für einen neuen Treffpunkt im Quartier.
Ein Ort im Wandel: Die Baulücke an der Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf wird während der Summer School 2026 gemeinsam mit der Nachbarschaft weitergedacht. Entstehen sollen Ideen und räumliche Prototypen für einen neuen Treffpunkt im Quartier. Foto: Annabell Bialas

Summer School 2026: „Platz da!“

Mit und für die Nachbarschaft zirkulär gestalten: Die dritte Summer School des UmBauLabors findet vom 7. bis zum 12. September 2026 erstmals direkt im Gelsenkirchener Quartier Ückendorf statt. Gemeinsam mit der Nachbarschaft entwickeln die Teilnehmenden Konzepte und räumliche Prototypen für den Vorplatz der ehemaligen Diskothek „Exodos“. Bewerben können sich Studierende, Fachleute, Auszubildende und Interessierte aus unterschiedlichen Disziplinen.

Nicht auf der grünen Wiese entwerfen, sondern dort arbeiten, wo Stadt sich derzeit verändert: Unter dem Titel „Platz da!“ verlagert die Summer School 2026 den Entwurfsprozess erstmals direkt ins Gelsenkirchener Quartier Ückendorf. Gemeinsam mit der Nachbarschaft entstehen Ideen und erste räumliche Prototypen für die Zukunft des ehemaligen Geländes der Diskothek „Exodos“.

Ausgangspunkt ist eine Leerstelle: Durch den weitgehenden Abriss des ehemaligen Exodos-Gebäudekomplexes entstand vor der „Kalten Halle“, dem letzten erhaltenen Teil des Ensembles, eine Baulücke. Dabei verschwanden nicht nur Baumaterialien und gebundene graue Energie, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte. Der neu entstandene Freiraum vor der „Kalten Halle“ wird zum Lern- und Arbeitsraum der Summer School. Hier entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam mit der Nachbarschaft Perspektiven für einen neuen Treffpunkt im Stadtteil.

Vom Abriss zum Treffpunkt

Im Zentrum steht die Frage, wie verantwortungsvolles Weiterbauen an einem ehemaligen Diskothekenstandort aussehen kann, an dem bereits vieles verloren gegangen ist. Gemeinsam mit Menschen aus dem Quartier untersuchen die Teilnehmenden die räumliche Situation nach dem Abriss, prüfen Möglichkeiten der Wiederverwendung vorhandener Materialien und entwickeln Entwürfe, die sich aus den Bedürfnissen und Perspektiven der Nachbarschaft heraus formen.

Zu Beginn erkundet die Summer School das Quartier bei Rundgängen und Gesprächen im Stadtteil Ückendorf – begleitet von Stimmen aus der Nachbarschaft, die ihre Sicht auf die Umgebung einbringen. Gemeinsam sammeln die Teilnehmenden Eindrücke, Erfahrungen und Perspektiven der Menschen vor Ort. Aus dieser Annäherung entstehen erste räumliche Fragestellungen und Entwurfsideen.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Die Baulücke eröffnet neue Möglichkeiten für das Quartier. Foto: Santana Ahmadifar
Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Die Baulücke eröffnet neue Möglichkeiten für das Quartier. Foto: Santana Ahmadifar

Im weiteren Verlauf entwickeln die Teilnehmenden ihre Entwürfe mit der Nachbarschaft weiter. Sie testen räumliche Ideen direkt vor Ort, greifen Anregungen aus dem Quartier auf und schärfen ihre Konzepte im Austausch.

Zum Ende der Woche werden ausgewählte Entwürfe als räumliche Prototypen umgesetzt. Die gebauten Versuche machen den zukünftigen Treffpunkt erstmals erfahrbar und zeigen, wie sich der Platz entwickeln könnte. Die Erfahrungen und Perspektiven der Nachbarschaft fließen dabei unmittelbar in die räumlichen Lösungen ein.

Drei Perspektiven – ein gemeinsamer Prozess

Drei Perspektiven prägen die Summer School 2026: das Weiterbauen nach dem Abriss, das Gestalten mit der Nachbarschaft und das zirkuläre Bauen mit wiederverwendeten Materialien. Sie greifen ineinander und werden im Entwerfen und Bauen unmittelbar erprobt.

Die Nachbarschaft ist dabei weit mehr als Gesprächspartnerin: Als Impulsgeberin prägt sie die Entwicklung des zukünftigen Treffpunkts mit ihren Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnissen. Gleichzeitig eröffnet die durch den Abriss entstandene Baulücke neue Möglichkeiten für gemeinschaftliche Nutzungen. Für die Umsetzung der räumlichen Prototypen kommen überwiegend wiederverwendete Baustoffe und Rückbaumaterialien aus der städtischen Baustoffbörse Gelsenkirchen zum Einsatz. So wird Kreislaufwirtschaft unmittelbar Teil des Entwurfs- und Bauprozesses.

Die Summer School wird von Baukultur NRW in Kooperation mit studio formagora (Münster) und Die Planergruppe (Essen) sowie in Zusammenarbeit mit der Stadterneuerungsgesellschaft (SEG) Gelsenkirchen und der Baustoffbörse Gelsenkirchen ausgerichtet.

Fachvorträge, Exkursionen und die Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus Planung, Verwaltung und Stadtgesellschaft verbinden Theorie und Praxis. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in aktuelle Herausforderungen des Weiterbauens und entwickeln ihre Entwürfe im direkten Austausch mit Expert*innen und lokalen Akteur*innen weiter.

Der neu entstandene Freiraum vor der „Kalten Halle“ zwischen ehemaligem Diskothekenstandort und Bochumer Straße. Foto: Julian Mikus
Der neu entstandene Freiraum vor der „Kalten Halle“ zwischen ehemaligem Diskothekenstandort und Bochumer Straße. Foto: Julian Mikus

Interdisziplinär arbeiten – gemeinsam gestalten

Die Summer School richtet sich an Studierende, Fachleute, Auszubildende und alle, die sich für Umbaukultur, Stadtentwicklung und Kreislaufwirtschaft interessieren. Im Mittelpunkt steht der Austausch zwischen Perspektiven aus Planung, Gestaltung, Sozialwissenschaften, Handwerk, Anwohnerschaft und weiteren Bereichen.

Eingeladen sind unter anderem Interessierte aus den Bereichen:

  • Architektur und Innenarchitektur
  • Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung
  • Stadt- und Raumplanung
  • Bau- und Umweltingenieurwesen
  • Design und Kunst
  • Sozial- und Kulturwissenschaften
  • Handwerk
  • Immobilienmanagement und Nachhaltigkeit
  • sowie alle, die sich für gemeinschaftliches Weiterbauen und zirkuläres Gestalten interessieren.
Teilnehmende der Summer School 2025 entwickeln im Austausch erste Ideen und Entwurfskonzepte. Foto: Sebastian Becker
Teilnehmende der Summer School 2025 entwickeln im Austausch erste Ideen und Entwurfskonzepte. Foto: Sebastian Becker
Entwerfen, diskutieren, weiterentwickeln: Teilnehmende der Summer School 2025 präsentieren ihre Ideen. Foto: Sebastian Becker
Entwerfen, diskutieren, weiterentwickeln: Teilnehmende der Summer School 2025 präsentieren ihre Ideen. Foto: Sebastian Becker
Wiederverwendung in der Praxis: Bauteile werden für den erneuten Einsatz aufgearbeitet. Foto: Sebastian Becker
Wiederverwendung in der Praxis: Bauteile werden für den erneuten Einsatz aufgearbeitet. Foto: Sebastian Becker
Im UmBauLabor entstehen aus Analyse, Entwurf und Materialforschung räumliche Ideen. Foto: Sebastian Becker
Im UmBauLabor entstehen aus Analyse, Entwurf und Materialforschung räumliche Ideen. Foto: Sebastian Becker

Anmeldung zur Summer School

Zur Teilnahme sind alle Interessierten eingeladen. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist das Interesse am gemeinsamen Arbeiten an den Themen Umbauen, Kreislaufwirtschaft und Stadtentwicklung.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 Personen begrenzt. Die Bewerbung erfolgt über das Anmeldeformular auf dieser Seite mit einer kurzen Beschreibung von Motivation, Interessen und fachlichen Erfahrungen.

Bewerbungsschluss: 16. August

Nachbarschaftsprofis gesucht

Für die Summer School wird der Stadtteil Ückendorf bereits im Vorfeld aktiv einbezogen. Menschen aus der Nachbarschaft können sich als sogenannte „Nachbarschaftsprofis“ beteiligen und ihre Perspektiven auf den Ort einbringen. Sie begleiten den Prozess, teilen Erfahrungen aus dem Alltag und unterstützen dabei, weitere Menschen aus dem Quartier einzubinden.

Interessierte können sich bei Anke Kirchhoff unter , telefonisch unter 0209 402441-29 oder persönlich im UmBauLabor während der Öffnungszeiten (donnerstags von 15 bis 18.30 Uhr) melden. Das erste Treffen am Samstag, 29. August, ab 15 Uhr dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Abstimmung der weiteren Zusammenarbeit.

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Santana Gumowski

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Projektmanagerin UmBauLabor

T 0209 402 441-27
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Anke Kirchhoff

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