In einer Serie von Interviews kommen die aktuellen Mitglieder des Vereinsvorstandes von Baukultur NRW zu Wort und sprechen über ihre Vorstellungen von Baukultur, wichtige Zukunftsthemen und die Zusammenarbeit im Vorstand. Diesmal im Gespräch: Simone Raskob, Vorständin des Geschäftsbereichs Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen.
Was bedeutet Baukultur für Sie heute?
Simone Raskob: Vor dem Hintergrund immer größerer werdender klimatischer Veränderungen bedeutet Baukultur zur heutigen Zeit für mich, dass Städte und urbane Räume ressourcenschonend, klimaresilient und nachhaltig gestaltet werden müssen. Wichtig dabei ist es, das Stadtgrün zu stärken und das (Um)Bauen als wichtigen Beitrag einer widerstandsfähigen und zukunftsgewandten Stadt zu verstehen.
Bauen im Bestand, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung prägen derzeit viele Debatten zur Baukultur. Welche weiteren Themen sind aus Ihrer Sicht entscheidend?
Raskob: Entscheidend ist eine Baukultur, die ein Gesamtbild betrachtet und dabei die Aspekte Klimaschutz, Klimaanpassung, Ressourceneinsatz nicht voneinander trennt, sondern sie immer gemeinsam sieht und multidimensional denkt. Dabei hat auch die Baukultur die Aufgabe, Antworten auf steigende Temperaturen, den Umgang mit Starkregen und zugleich Wasserknappheit sowie weitere extreme Wetterereignisse zu liefern.
Was ist Ihnen für die gemeinsame Arbeit im Vorstand von Baukultur NRW besonders wichtig?
Raskob: Der interdisziplinäre Austausch und die vielschichtigen Qualifizierungen machen die Vorstandsarbeit aus und sind von elementarer Bedeutung, wenn es darum geht, den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu begegnen. Unser gewachsenes und wertvolles Netzwerk lebt dabei ebenso von den verschiedenen Expertisen wie von einem konstruktiven aber auch kontroversen Austausch – immer im Blick behaltend, welche Aufträge die Baukultur NRW verfolgt.
Simone Raskob ist seit 2005 Geschäftsbereichsvorständin für Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen. Die Diplom-Ingenieurin für Landespflege (TU München) arbeitete u. a. als Landschaftsarchitektin in Dänemark, als Projektleiterin in Pforzheim sowie für die Internationale Bauausstellung Emscherpark. Im Anschluss war sie bis Mitte 2001 Stadtbaurätin in Göttingen und führte hiernach bis Mitte 2005 die Geschäfte der Wasserstadt GmbH in Berlin und der AGORA s.à.r.l. Luxemburg. Für die Stadt Essen war Simone Raskob zudem Projektleiterin der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017“.
Redaktion: Timo Klippstein

