Die Ausstellung „Kirchen als Vierte Orte. Perspektiven aus NRW“ von Baukultur NRW thematisiert die Umnutzung von Sakralgebäuden, die von Leerstand oder Abriss bedroht sind. Von 13. Juli bis 16. August 2025 ist die Ausstellung in der Kirche am Kolk in Wuppertal ( Morianstraße 20) zu sehen. Geöffnet ist sie mittwochs von 15 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
Die Eröffnung findet statt am Sonntag, 13.7.2025, um 17 Uhr. Der Kurator der Ausstellung, Felix Hemmers, wird zur Begrüßung sprechen, außerdem wird es einen Impuls aus der Gemeinde geben sowie eine musikalische Darbietung.
In Form von Video-Interviews illustriert die Ausstellung die Bandbreite und die Vielfältigkeit der an den Umnutzungsprozessen beteiligten Personen sowie ihre Haltungen. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden 27 Beispiele von bereits umgenutzten Kirchen aus Nordrhein-Westfalen.
Zwischen 30 und 50 Prozent der Kirchengebäude in Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten leer stehen. Von den ungefähr 6.000 Kirchen in Nordrhein-Westfalen fallen also bis zu 3.000 aus der Nutzung. Dem Leerstand und Abriss von Kirchen steht ein gesellschaftlicher Bedarf nach Orten für sozialen Austausch, Gemeinschaft und gesellschaftliche Identifikation gegenüber.
Baugeschichte der Kirche am Kolk
Die schlichte barocke Saalkirche im Stadtteil Elberfeld aus Sandsteinmauerwerk folgt dem Vorbild der nur wenige hundert Meter entfernten Alten reformierten Kirche: Das Innere war ursprünglich mit umlaufenden hölzernen Emporen bebaut, die Kanzel befand sich, dem Typus der Predigtkirche folgend, mittig über dem Altar.
Der Kirchraum ist nach Westen ausgerichtet, der Ostfassade ist mittig ein quadratischer Turm vorgesetzt, der von einer barocken Zwiebelhaube (1774) mit Laterne bekrönt wird. Je fünf Rundbogenfenster erleuchten an den Längsseiten den Raum, deren zwei an der Ostfassade; das Gebäude ist auf der Altarseite mit einem angrenzenden Wohn- und Geschäftshaus verbunden und daher dort fensterlos.
Nach dem Zeiten Weltkrieg wurde der ursprüngliche Innenraum nicht wiederhergestellt, man entschied sich für einen hohen offenen Raum mit einer schlichten Apsis ohne Emporen (bis auf eine kleine Orgelempore über dem Eingangsportal).
Nutzungskonzept
Die Kosten betrugen rund zwei Millionen Euro. Dafür hatte die Gemeinde Grundstücke verkauft, bei Konzerten wurden Spenden gesammelt, Fördergelder vom Land und der Stiftung Denkmalschutz kamen hinzu, außerdem spendeten die Wuppertaler fleißig.
Knapp ein Jahr später fasste das Presbyterium den Beschluss, die Alte lutherische Kirche am Kolk zu entwidmen und einen Investor für das Gebäude zu suchen. Die Entwidmung erfolgte im Herbst 2024. Die Nachnutzung soll kritisch geprüft werden.
Laufzeit: 13. Juli bis 16. August 2025
Ausstellungsort: Kirche am Kolk, Morianstraße 20, 42103 Wuppertal
Öffnungszeiten: mittwochs 15–20 Uhr, samstags 10–18 Uhr, Eintritt frei
Eröffnung: Sonntag, 13.7.2025, 17 Uhr