Mit der Reihe „Die kuratierte Stadt“ setzen die Hausgespräche von Freihaus ms in Münster 2026 einen inhaltlichen Schwerpunkt auf kuratorische Praktiken in der Stadtentwicklung. Stadt erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern als dynamischer Prozess, der sich durch planerische Entscheidungen, künstlerische Interventionen und gesellschaftliche Aushandlungen kontinuierlich verändert.
Im Zentrum steht die Frage, wie Kuration als vermittelnde Praxis zwischen Kunst, Planung, Landschaft und urbanem Alltag wirkt. Kuration schafft Konstellationen, in denen unterschiedliche Akteur*innen zusammenkommen, neue Öffentlichkeiten entstehen und Fragen nach Teilhabe, Verantwortung und räumlicher Gerechtigkeit verhandelt werden. Gegenüber rein funktionalen oder formalen Planungsansätzen eröffnet Kuration damit Räume für Offenheit, Irritation und produktive Reibung – Qualitäten, die für eine lebendige Stadtkultur wesentlich sind.
Die Hausgespräche knüpfen an die Tradition des Salons an, in dem gepflegte und offene Gesprächsformate im Mittelpunkt stehen. Expert*innen geben Einblicke in ihre Projekte und Ideen und treten anschließend in kleineren Runden mit dem Publikum und untereinander in Austausch.
Alle Veranstaltungen sind öffentlich, kostenfrei und richten sich an ein breites Publikum. Baukultur NRW unterstützt die Reihe.
Freitag, 22. Mai, 19 Uhr: „Stadtentwicklung zum Besseren provozieren – Guerilla Taktiken des Urbanen“
Guerilla Architects ist ein transdisziplinäres Künstlerinnenkollektiv aus Berlin. Entstanden 2012 während einer Hausbesetzung in London, arbeitet das Kollektiv dort, wo Stadt widersprüchlich, umkämpft und politisch wird. Zwischen künstlerischer Intervention, kritischer Stadtforschung und aktivistischem Handeln verstehen sie den öffentlichen Raum als Bühne demokratischer Auseinandersetzung. Im Hausgespräch geht es um Aneignung, Widerstand und die Frage, wie minimale Eingriffe maximale Verschiebungen auslösen können.
https://freihaus.ms/stadtentwicklung-zum-besseren-provozieren/
Freitag, 26. Juni, 19 Uhr: „Kunst als kollektiver Prozess – Kuratorische und mediatorische Praxen“
Marijke Lukowicz und Sophia Trollmann arbeiten als Mediatorinnen im Netzwerk der Neuen Auftraggeber – einem Modell, in dem nicht Institutionen, sondern Gemeinschaften Kunst in Auftrag geben. 2025 haben sie die Ausstellung „Der Fluss bin ich“ in der Reihe Tatort Paderborn kuratiert. Dabei haben sie erprobt, wie kollektive Entscheidungsprozesse und kuratorische Praxis zusammenwachsen können. Im Gespräch geht es um Kuration als vermittelnde Praxis und um Kunst als demokratisches Werkzeug im urbanen Raum.
https://freihaus.ms/kunst-als-kollektiver-prozess-kuratorische-und-mediatorische-praxen/
Freitag, 17. Juli, 19 Uhr: „Ein Schlauchboot, kein Tanker – Logbuch einer Landschaftspraxis“
SOWATORINI Landschaft steuert mit einer kleinen Crew durch die landschaftlichen Gewässer. Zwischen Naivität und Präzision, Alltag und Experiment geht es um das Suchen, Beobachten und Neu-Lesen von Orten. Das Hausgespräch öffnet den Blick auf Stadt und Landschaft als offenes Feld (und Meer) – jenseits fester Typologien und Maßstäbe und unbeirrbar optimistisch!
Sebastian Sowa ist gelernter Landschaftsgärtner. Er studierte Landschaftsarchitektur an der TU Berlin und der TU München und Kunst an der Folkwang Universität der Künste. Seit 2012 arbeitet er gemeinsam mit Gianluca Torini als SOWATORINI Landschaft. Er ist Professor für Landschaftsarchitektur, Entwurf und experimentelle Räume an der Hochschule Geisenheim und Präsidiumsmitglied des BDLA. Und er mag Hummeln, natürlich!
https://freihaus.ms/ein-schlauchboot-kein-tanker-logbuch-einer-landschaftspraxis/
Speicher II, Atelier 3.3, Hafenweg 28, 48155 Münster
Weitere Informationen:
http://freihaus.ms/hausgespraeche/
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